August 2009


Was bitte soll mir das sagen?? Da wächst ein Pilz in meinem Blumentopf! Im Haus! Gut, ok, er hat immerhin schon die Grätsche gemacht scheint nicht mehr sehr am Leben zu sein, aber was soll das denn heißen? Leben wir hier im Wald?

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Im Naturpool plantschen, Cafe freddo schlürfen, Zwetschgendatschi essen, sich von Hunden abschlabbern lassen … ein perfekter Nachmittag war das gestern, herzlichen Dank nochmal an die Gastgeberin 🙂

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Jetzt noch ne Stunde stramm arbeiten, den Zwetschendatschi aus dem Ofen holen und dann darf ich zur Freundin die einen herrlichen Pool im Garten hat. Das wird ein gemütlicher Mädels-Bade-Nachmittag.

Gestern sprang mir beim Zeitunglesen eine Todesanzeige ins Auge. Die Mutter eines alten Freundes, zu dem ich nur noch sporadisch Kontakt habe, ist gestorben. Ungläubigkeit im ersten Moment. Knapp 70 ist sie geworden. Im nächsten Moment Rücksprung in die späten 80er. Ich war damals mit dem besten Freund ihres jüngeren Sohnes zusammen. Bin in ihrem Zuhause ein- und ausgegangen. Habe zusammen mit ihrem ältesten Sohn eine Geburtstagsfeier gefeiert, dufte da das erste Mal aushäusig übernachten und habe mich in dieser Nacht prompt in ihrem Bad fürchterlich übergeben. Sie hat nicht geschimpft. Meine Mutter wäre ausgeflippt. Ganz viele wunderschöne Erinnerungen habe ich an sie,  ihr Heim, den Garten, das Haus immer voller junger Leute, die Clique ging dort ein und aus. Im Keller gab´s nen Billardtisch.

Dann der 5. Dezember. Ihr jüngster Sohn erhängt sich im Keller. Sie hat ihn gefunden. Dass sie das damals überlebt hat wundert mich heute noch. Kein Abschiedsbrief, kein Grund erkennbar. Ein völlig überflüssiger Tod. Mich, bis dahin sorglos jugendlich lebend, haut das völlig aus der Bahn. Ich sehe sie immer noch am Grab ihres Sohnes zusammenbrechen. Sehe meinen damaligen Freund, in der Kirche sitzend, über die Blutsbruderschaftsnarbe in seiner Hand streichend. Bilder die man wohl nie vergisst. Wenn ich an ihn denke, sehe ich ihn auf einem Fensterbrett sitzend, mich breit angrinsen. Das letzte Mal dass ich ihn lebend gesehen habe. Er wollte reden damals mit seinem besten Freund, aber wir wollten lieber knutschen. Das kann ich mir bis heute nicht verzeihen. Die Sorglosigkeit der Jugend war auf einmal dahin. Später sagte sie uns einmal, wie dankbar sie wäre, dass wir nach C.s Tod nicht aufgehört hätten, sie zu besuchen. Ich wollte sie in den letzten Jahren immer wieder einmal besuchen, fragen wie es ihr geht, mich mit ihr unterhalten. Nie habe ich es gemacht, kam mir ein bisschen blöd vor nach all den Jahren. Hätte ich es mal gemacht, jetzt ist es zu spät.

Es gibt schon immer viel Musik in meinem Leben. Schon die Mutter beschallte uns Kinder lautstark mit allem was sie grade gut fand. Noch heute kann ich fast alle deutschen Schlager auswendig, was meinen Göttergatten bisweilen doch sehr in Erstaunen versetzt. Kinderhirne können, unbelastet wie sie sind, so etwas offenbar besonders gut abspeichern. Ganz oft verbinde ich Lebenssituationen und -abschnitte mit einer bestimmten Musik. Ich höre bestimmte Lieder und muss an bestimmte Menschen denken. Oder an tolle Situationen. Oder an schlimme Situationen.

Es gibt allerdings ein Album, das höre ich jetzt seit über zwanzig Jahren immer wieder. Sehr gerne. Und obwohl die Geschichte (erste Liebe natürlich, was sonst) nicht gut ausgegangen ist sind die Flashbacks, die ich habe wenn ich das Album oder Lieder daraus höre, schön. Ich rieche und schmecke förmlich den damaligen Sommer, so gut kann ich mich daran erinnern. Das fasziniert mich immer wieder.

Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung … und kühl 🙂

Haben wir uns am letzten Wochenende gegönnt. Es ging in die Nähe von Garmisch, in ein wunderschönes Hotel. Eine britische Aristokratin, Mary Isabel Portman, ließ vor fast 100 Jahren einen typisch englischen Landsitz in der Stilrichtung der englischen „Arts and Crafts“ Bewegung auf 130.000 m2 geschützter Bergwiese – in einem „versteckten“ Seitental auf 1.030 m Seehöhe, errichten. Mary Portman kehrte wegen des 1. Weltkriegs nie dorthin zurück. Man vermutet, dass sie ihr Haus nie fertiggestellt sah. 2007 wurde es in ein Wellnesshotel umgewandelt.

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